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Wanderausstellung »Hinter Spitzengardinen – Erfahrungen & Erlebnisse von Frauen«

Konzept
Ich? NIEMALS! Mir kann doch so was nicht passieren! So dachte ich jahrelang, bis ich schließlich bemerken musste, dass ich doch selber mittendrin in dem Teufelskreis steckte. Es dauerte lange, ja wirklich sehr lange, bevor ich begriffen hatte, wie schlimm die Situation war. Trotzdem ließ ich es über mich ergehen, denn ich sah keinen anderen Ausweg. Erst nach Jahren voller Angst und Schmerz fasste ich dann den Entschluss, ins Frauenschutzhaus zu ziehen. Es war mir peinlich. Ich schämte mich. Ich wollte mit niemandem reden. Im Haus war ich nicht alleine. Es wohnten dort mehrere Frauen. Trotzdem konnte ich mir nicht vorstellen, dass jemand so etwas Schlimmes wie ich erlebt haben könnte. Meine Geschichte musste einfach die „Schrecklichste“ sein, dachte ich. Deswegen fühlte ich mich so allein. Ganz bestimmt ging es niemandem so schlecht wie mir. Mit der Zeit lernte ich die anderen Frauen kennen. Und ich kam aus dem Staunen nicht mehr hinaus: jede Geschichte war auf ihre Art und Weise furchtbar. Und trotzdem ähnelten sich alle. Ich musste feststellen, dass es den anderen genauso ging wie mir. In jeder Geschichte war dasselbe Muster erkennbar. Von da an wusste ich, dass ich mit meinen Ängsten und Erfahrungen nicht allein bin. Gemeinsam waren wir stark und jede von uns half, wo sie nur konnte. Heute würde ich gerne allen Frauen sagen: Was auch immer du erlebt hast – du bist damit nicht allein! Jede von uns hat das Recht auf ein erfülltes, gewaltfreies Leben. Also nimm all deinen Mut zusammen und wage den Schritt. Du wirst ihn nicht bereuen!
Magda Liebher (Name geändert), Bautzen, Mai 2008

Ziele
Die Ausstellung »Hinter Spitzengardinen - Erfahrungen & Erlebnisse von Frauen« zeigt Fotografien, die erlebte Gewalt in verschiedener Form darstellen und vermittelt den BetrachterInnen die Gedanken und Gefühle der betroffenen Frauen während und nach einer Gewaltbeziehung.

Das Frauenschutzhaus Bautzen möchte in erster Linie zum Thema »Häusliche Gewalt« informieren. Durch die Präsentation der Fotografien, persönlicher Erfahrungsberichte und Gedichte wird erreicht, dass die BesucherInnen das Gezeigte auch emotional erfassen können und die Darstellung von Gewalt an Frauen nicht abstrakt bleibt.

Gleichzeitig soll ein Bewusstsein dafür entstehen, dass Gewalt in einer Partnerschaft bzw. in engen sozialen Beziehungen nicht verharmlost und als Familienstreitigkeit betrachtet wird.

Es wird verdeutlicht, dass es Hoffnung und auch Wege gibt, sich aus der Gewaltbeziehung zu lösen und ein neues Leben ohne Gewalt zu beginnen. So wird ein Denkprozess angeregt, der nicht zuletzt das Publikum erkennen lässt, dass gesellschaftliches und politisches Engagement zu einer wirklichen Veränderung beitragen kann.

Termine
Wo ist die Ausstellung aktuell zu sehen?

Derzeit noch keine aktuellen Termine